ARNSTADT: VON DEN ERSTEN SPUREN BIS INS MITTELALTER Stand 19.09.2026 | Fassung 1.7.0 Unter Arnstadts Straßen liegen Spuren der Römerzeit. Über ihnen stehen Kirchen, deren Bau Generationen beschäftigte. Diese Geschichte führt von den ersten Siedlungen bis zur Stadt um 1500, mit archäologischen Funden, alten Urkunden und den Sagen, die man sich hier erzählte. ZEITLEISTE Jungsteinzeit: Leben und Bestatten Am Egelsee und in Rudisleben wurden gemeinschaftliche Grabanlagen gefunden. Sie stammen aus einer Zeit, aus der uns keine schriftlichen Ortsnamen überliefert sind. [6] Bronze- und Eisenzeit: Die Alteburg Funde mehrerer Epochen und eine eisenzeitliche Wallanlage belegen die frühe Nutzung des Berges. [1] Römische Kaiserzeit: Importe in Arnstadt Bei der Grabung von 2017 fanden Archäologen in der heutigen Altstadt Spuren der Kaiserzeit und Scherben römischen Tafelgeschirrs. [2] 2. Hälfte des 3. Jh.: Haarhausen produziert Im Umland entsteht graue Drehscheibenkeramik mit römischer Technik. [3] Um 500 / 531: Das Thüringerreich Das Thüringerreich prägt die Geschichte der Region um 500. Im Jahr 531 unterliegt es den Franken. [7] 704: Arnstadt in einer Urkunde Eine Schenkung nennt Arnstadt. Überliefert ist sie in einer wesentlich späteren Abschrift. [8] 954: Ein König in Arnstadt Otto I. hält nach dem Aufstand Liudolfs eine Versammlung in Arnstadt ab. [22] 1196: Eine Urkunde verbindet drei Orte Der Arnstädter Propst bezeugt in Erfurt eine Urkunde für Ichtershausen. [28] 1220 / 1266: Stadt und Stadtrecht Auf die Bezeichnung als Stadt folgt das Hersfelder Stadtrechtsprivileg vom 21. April 1266. [13] [14] 1282: Liebenstein in den Urkunden Die Burg bewacht eine Straße hinauf zum Thüringer Wald. [34] Um 1309: Die Nonnen ziehen in die Stadt Das Walpurgiskloster wird vom Berg an die Liebfrauenkirche verlegt. [16] [17] 1332: Die Schwarzburger übernehmen Die Grafen kaufen den Hersfelder Anteil an Arnstadt. [14] 1342–1346: Erfurt und der Grafenkrieg Die Nachbarstadt steht auf der gegnerischen Seite. [36] 1349: Pogrom gegen die jüdische Gemeinde Fast alle jüdischen Bewohner werden ermordet. [18] 1404: Ein Eintrag in der Klosterrechnung Ausgaben für Bratwurstdärme geben einen seltenen Einblick in den Küchenalltag. [21] 1451 / 1472: Erobern und vermitteln Erfurt nimmt die Wachsenburg; später verbindet eine Klostervereinbarung Erfurt, Paulinzella und Arnstadt. [37] [32] 1481 / 1493: Singen und vorsorgen Eine Stiftung sichert den Gesang in der Schlosskapelle; eine weitere unterstützt das Hospital. [44] 1498 / um 1500: Am Ende des Mittelalters Der Flügelaltar von 1498 ist erhalten. Viele heutige Bauten wurden später stark verändert. [19] 01 / Bevor der Ort einen überlieferten Namen hatte Stadtgebiet · Jungsteinzeit In Mitteleuropa dauerte die Jungsteinzeit ungefähr von 5500 bis 2200 v. Chr. Aus dieser langen Epoche stammen auch frühe Spuren menschlichen Lebens im Raum Arnstadt. Wann hier die erste Siedlung entstand, lässt sich mit dieser Zeitangabe allein nicht sagen. [9] Am Egelsee und in Rudisleben wurden gemeinschaftliche Grabanlagen gefunden. Der Archäologe Mario Küßner untersucht sie in seinem Aufsatz über die spätneolithischen Totenhütten zwischen Gotha und Arnstadt. Seine Übersicht umfasst Anlagen aus der Zeit von etwa 3400 bis 2900 v. Chr. Auch die Alteburg nennt er als vorgeschichtlichen Siedlungsplatz. Menschen haben diese Gegend also schon lange genutzt. Ob sie seitdem durchgehend bewohnt war, ist damit noch nicht geklärt. [6] 02 / Die Alteburg ist älter als ihre mittelalterlichen Spuren Stadtgebiet · Vorgeschichte Die Alteburg war schon lange vor dem Mittelalter besiedelt. Die Stadt beschreibt dort eine eisenzeitliche Wallanlage von rund 23 Hektar, die später zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörte. Als ein Spielplatz gebaut wurde, untersuchte das Landesamt das Gelände erneut. Im Bericht vom Januar 2025 werden Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit genannt. [1] Zu den Funden gehören Keramikscherben, Spinnwirtel, Reste von Reibemühlen und Werkzeuge aus Hornstein. Der kurze Bericht datiert die Stücke und Bauphasen nicht einzeln. Ein genaues Gründungsjahr oder eine lückenlose Besiedlung lässt sich daraus deshalb nicht ableiten. [1] Auch eine Gründungsgeschichte führt auf die Alteburg: Von hier soll der Frankenkönig Merowig die Stadt gegründet haben. Schon die ältere Arnstadt-Chronik führt diese Erzählung als Sage. Wie die Siedlung tatsächlich entstand, erklärt sie nicht. [10] 03 / Römisches Geschirr unter der heutigen Altstadt Stadtgebiet · Römische Kaiserzeit Arnstadt lag außerhalb des Römischen Reichs. Wenn Archäologen hier von der römischen Kaiserzeit sprechen, meinen sie die Epoche. Römische Herrschaft ist damit nicht gemeint. Kontakte gab es trotzdem, wie das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar für die germanischen Gemeinschaften Thüringens beschreibt. [5] 2017 gruben Archäologen des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie nahe dem Erfurter Tor, zwischen Karl-Marien-Straße, Muhmengasse und Turnvater-Jahn-Straße. Sie stießen auf Spuren aus der mittleren bis späten römischen Kaiserzeit und auf Scherben von Terra sigillata. Dieses römische Tafelgeschirr erkennt man an seiner roten, glänzenden Oberfläche, oft mit Verzierungen im Relief. [2] Einordnung: Römisches Geschirr gelangte also bis ins heutige Arnstadt. Wer es mitbrachte, verraten die Scherben nicht. Denkbar sind Handel, ein Geschenk oder ein Besitzer mit Kontakten in andere Regionen. Über eine römische Garnison oder die Herkunft des letzten Besitzers sagen die Funde nichts aus. [2] [5] ERFUNDENE ALLTAGSSZENE AUF GRUNDLAGE DER FUNDE Die rote Schale Jemand reicht eine rote Schale über den Tisch. Der Mann neben ihm dreht sie zum Licht und fährt mit dem Daumen über die Verzierung. Dann stellt er sie vorsichtig ab. Vielleicht ist das gute Geschirr nur heute auf dem Tisch. Viele Jahre später wird von der Schale bloß eine Scherbe übrig sein. Eine Archäologin hebt sie aus der Erde, wischt sie sauber und erkennt den roten Glanz. Wem die Schale gehörte und was an jenem Tisch besprochen wurde, wird sie nicht erfahren. Diese Szene ist erfunden. Ihr Ausgangspunkt sind die Terra-sigillata-Scherben aus Arnstadt. Wer das Geschirr besaß und benutzte, ist unbekannt. [2] 04 / Haarhausen: römische Technik vor Ort Umland · Zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. Im benachbarten Haarhausen wurde zwischen 1979 und 1986 eine Töpferwerkstatt mit mehreren Gebäuden ausgegraben. Oliver Mecking beschreibt drei Öfen, eine Trockenhalle, Werkgebäude und einen gepflasterten Platz zur Tonaufbereitung. Hier stellten Töpfer in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts graue Drehscheibenkeramik her. Sie nutzten dafür römische Technik. [3] Die graue Ware aus Haarhausen ist etwas anderes als die rote Terra sigillata. Sie zeigt, dass Töpfer außerhalb des Reichs römische Herstellungstechniken übernahmen. Ob eine anderswo gefundene Scherbe aus Haarhausen stammt, erkennt man allerdings nicht an der Farbe. Dafür verglich Mecking die chemische Zusammensetzung der Keramik. Sein Beitrag von 2003 berichtet von rund 900 untersuchten Scherben aus etwa 50 Fundplätzen. [3] Einordnung: Wer von einer römischen Töpferei in Haarhausen liest, sollte also an die Technik und die Verbindungen zum Römischen Reich denken. Eine römische Provinzstadt bei Arnstadt ist damit nicht nachgewiesen. [3] [5] ERFUNDENE ALLTAGSSZENE AUF GRUNDLAGE DER FUNDE Warten vor dem Ofen Der Töpfer hebt ein Gefäß vom Brett und fährt über den Rand. Noch eine Unebenheit. Er bessert sie aus und stellt es zu den anderen. Am Ofen wartet bereits die nächste Arbeit. Formen, trocknen, brennen: Ein Topf ist nicht an einem Nachmittag fertig. Ob die Mühe sich gelohnt hat, wird der Töpfer erst nach dem Brand sehen. Bis dahin bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich um die nächsten Gefäße zu kümmern. Der Arbeitstag und der Töpfer sind erfunden. Öfen und weitere Teile der Werkstatt wurden in Haarhausen ausgegraben. Von einzelnen Handwerkern erzählen die Funde nichts. [3] 05 / Wie die Menschen zur Römerzeit lebten Thüringen · Regionaler Vergleich Die Menschen im damaligen Thüringen wohnten in Pfostenhäusern, betrieben Landwirtschaft und hielten Vieh. Handwerker verarbeiteten Eisen, Bunt- und Edelmetalle. So beschreibt es das Museum in Weimar. Glas- und Bronzegefäße sowie kostbares Tafelgeschirr kamen zum Teil von weit her. Nicht alle konnten sich solche Dinge leisten: Reich ausgestattete Bestattungen wie das Grab von Haßleben zeigen, wie groß die sozialen Unterschiede sein konnten. [4] Grenze der Aussage: Diese Beschreibung gilt für Thüringen insgesamt. Wie ein ganzes Dorf am Arnstädter Fundplatz aussah, lässt sich daraus nicht ableiten. Auch der Name Hermunduren, den wir aus römischen Texten kennen, bezeichnet einen regionalen Zusammenhang. Wie sich die Menschen hier selbst nannten, wissen wir aus den Scherben nicht. [4] [5] 06 / Vom Thüringerreich zu den Webhäusern Spätantike und frühes Mittelalter Um 500 bestand in Mitteldeutschland das Königreich der Thüringer. Es hatte Verbindungen zum Ostgotenreich und unterlag 531 den Franken an der Unstrut, wie das Landesmuseum Halle beschreibt. Das gehört zur Geschichte der Region. Ein Königssitz oder ein Schlachtfeld in Arnstadt ist damit nicht belegt. [7] In Arnstadt selbst kamen bei der Grabung von 2017 auch zwei in den Boden eingetiefte Nebengebäude zum Vorschein. Spinnwirtel und Webgewichte deuten darauf hin, dass dort gewebt wurde. Das Fundmaterial stammt aus der Merowingerzeit. Die Webhäuser sind damit jünger als die kaiserzeitlichen Funde derselben Grabung. [2] Zeitlicher Rahmen: Der Übergang zum Mittelalter hatte keinen überall gültigen Stichtag. Nach den frühen Funden und der Urkunde von 704 führt diese Darstellung weiter bis zur Stadt um 1500. Merowig und die Stadt der Adler Am Abend schlägt König Merowig mit seinem Gefolge auf einer Höhe sein Lager auf. Als er morgens ins Tal blickt, will er nicht weiterziehen. Unten liegen die Auen der Gera. Über ihnen kreisen zwei Adler, die sich langsam zum Tal hinabsenken. Für Merowig ist das ein Zeichen: Hier soll eine Stadt entstehen. Er lässt seine Leute mit dem Bau beginnen und will bleiben, bis die Mauern stehen. Die Aare haben ihm den Platz gewiesen. Nach den Adlern soll die neue Stadt ihren Namen tragen. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Sagenhafte Gründungszeit · später überliefert Frei nach H. Adelbergs Gedicht von 1878 in der Arnstadt-Chronik. Es erzählt eine Gründungssage. Merowigs Aufenthalt und die tatsächliche Herkunft des Stadtnamens sind damit nicht belegt. [10] 07 / Was die Jahreszahl 704 bedeutet Frühes Mittelalter · 704 Eine auf 704 datierte Schenkung Hedens an Willibrord nennt einen Hof in Arnstadt. Das Original ist verloren. Erhalten ist der Text im Liber aureus der Abtei Echternach, einer Handschrift aus dem späten 12. Jahrhundert. Ein Bericht über das Arnstädter Kolloquium von 2016 erläutert diese Überlieferung anhand der Forschungen Olaf Schneiders. [8] Einordnung: Dass wir nur eine spätere Abschrift besitzen, macht die Schenkung nicht automatisch unecht. Historiker müssen aber prüfen, wie zuverlässig sie den älteren Text wiedergibt. 704 ist deshalb die überlieferte Ersterwähnung Arnstadts. Die erste Siedlung kann wesentlich älter sein, und eine Stadt mit Stadtrecht war der genannte Hof noch nicht nachweislich. [8] In derselben Schenkung vom 1. Mai 704 erscheinen auch Mühlberg und Großmonra. Arnstadt und der Ort unter der späteren Mühlburg begegnen damit bereits gemeinsam in der frühen Überlieferung. Das Datum sagt nicht, dass die heute sichtbaren Burgmauern damals schon standen. [27] 08 / Als der König nach Arnstadt kam Frühes Mittelalter · Dezember 954 Im Dezember 954 versammelte König Otto I. die Großen seines Reichs in Arnstadt. Hinter ihm lag der Aufstand seines Sohnes Liudolf und seines Schwiegersohns Konrad. Nach der Darstellung der Allgemeinen Deutschen Biographie wurden beide hier öffentlich begnadigt. Ihre Herzogtümer erhielten sie nicht zurück. Für einen Moment wurden in Arnstadt also Fragen entschieden, die weit über den Ort hinausreichten. [22] Eine solche Versammlung verrät noch nicht, in welchem Gebäude die Beteiligten saßen oder wie die Siedlung aussah. Die herangezogene Darstellung beschreibt das politische Geschehen. Einen genauen Schauplatz innerhalb des heutigen Arnstadts legt sie nicht fest. [22] 09 / Bücher, Besitz und eine Urkunde für die Nachbarn 1102 bis 1198 · Paulinzella, Ichtershausen und Erfurt Südöstlich von Arnstadt entstand zwischen 1102 und 1105 Paulinas Kloster im Rottenbachtal. Mönche aus Hirsau brachten ihre Baukenntnisse mit; 1124 wurde die Kirche geweiht. Die Grafen von Schwarzburg übten die Vogtei aus, also weltlichen Schutz und Herrschaftsrechte. Über diese Familie blieb Paulinzella auch mit Arnstadt verbunden. [31] Nördlich von Arnstadt ließ Frideruna von Grumbach in Ichtershausen eine Kirche errichten, die 1133 Reliquien erhielt. Gemeinsam mit ihrem Sohn Markward gründete sie dort 1147 das Frauenkloster. Die kirchliche Bestätigung erfolgte am 16. Juni auf einer Synode in Erfurt. [29] 1196 steht ein Arnstädter Name unter einer Urkunde für Ichtershausen: Gebhard, Propst vom Walpurgisberg. Er bezeugte das in Erfurt ausgestellte Schriftstück des Mainzer Erzbischofs. Diese kleine Spur verbindet die beiden Klöster mit Erfurt und ist zugleich die erste sichere Nennung des Arnstädter Walpurgisklosters. [28] 1198 wurde in Ichtershausen über die Königswahl Philipps von Schwaben entschieden, bevor die förmliche Wahl in Mühlhausen folgte. Das Kloster konnte auch Fürsten und ihr Gefolge aufnehmen. [29] 10 / Drei Burgen, verschiedene Herren 11. bis 13. Jahrhundert · Das Land westlich von Arnstadt Von Arnstadt aus lagen drei auffällige Burgberge im Westen: Mühlburg, Wachsenburg und Burg Gleichen. Sie gehörten nicht dauerhaft einem gemeinsamen Herrn. Die Wachsenburg steht in der Geschichte der Hersfelder Besitzungen um Arnstadt. Ihr genaues Gründungsjahr bleibt in den hier ausgewerteten Darstellungen uneinheitlich. [41] Burg Gleichen wurde im 11. Jahrhundert erwähnt und 1139 den Grafen von Tonna überlassen, die sich bald nach der Burg nannten. Als Vögte Erfurts standen sie im Dienst des Mainzer Erzbischofs. Die Lage nahe der Via Regia machte den Burgberg für die Kontrolle der Umgebung interessant. [33] Zwei Frauen am Fuß der Burg Die Frau am Burgtor erkennt ihn, noch bevor er den Hof erreicht. Jahrelang hat sie auf ihren Mann gewartet. Nun steht der Graf wieder vor ihr, und mit ihm kommt eine Nachricht, für die es keine leichte Begrüßung gibt. Eine andere Frau hat ihm aus der Gefangenschaft geholfen. Ohne sie wäre er nicht heimgekehrt. Der Graf erzählt von der Tochter des Sultans, vom Fluchtplan und von seinem Versprechen, sie zu heiraten. Seine Frau hört zu. Als die Fremde den Fuß des Burgbergs erreicht, geht sie ihr entgegen. Sie umarmt die Frau, die ihren Mann gerettet hat. Beide ziehen mit ihm hinauf zur Burg. Im Freudenthal soll diese Begegnung stattgefunden haben. Von da an teilen die Frauen das Haus; keine vertreibt die andere. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Kreuzzugszeit des 13. Jahrhunderts · sagenhafte Handlung Überlieferte Sage, frei nach Bechstein nacherzählt. Er versetzt die Handlung in die Kreuzzugszeit. Die Doppelehe und die päpstliche Zustimmung sind nicht historisch nachgewiesen; eine Grabplatte mit zwei Frauen belegt keine gleichzeitigen Ehen. [39] Drei Feuer in einer Nacht Über den Burgbergen steht eine schwarze Wolkenwand. Dann schlägt der Blitz ein. Auf einem Dach springt Feuer hoch, am nächsten Berg leuchtet es ebenfalls. Wer unten im Tal steht, sieht schließlich alle drei Höhen brennen. Die Flammen machen aus den verschiedenen Burgen für eine Nacht drei gleiche Fackeln. Als das Gewitter weiterzieht, bleibt die Erinnerung an das dreifache Feuer. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. 1230 in Bechsteins Fassung · anderswo 1231 Überlieferte Sage, frei nach Bechstein. Die Jahreszahlen wechseln in den Darstellungen. Ein gleichzeitiger Brand aller drei Burgen ist damit nicht gesichert. [40] 11 / 1266: Die Bürger wollen verlässliche Rechte Hochmittelalter · Stadtwerdung 1220 erscheint Arnstadt in den Urkunden als civitas, als Stadt. Am 21. April 1266 folgte das Stadtrechtsprivileg der Abtei Hersfeld. Die Urkunde reagiert auf ein Anliegen der Arnstädter Bürger: Sie wollten wissen, nach welchen Regeln ihre Angelegenheiten entschieden werden sollten. Als Vorbild dienten die Rechte und Gewohnheiten Hersfelds. [13] [23] Der Abt gab Rechte, verlangte aber auch Gehorsam. Stadtrecht bedeutete deshalb keine vollständige Unabhängigkeit. Und es ließ die Stadt nicht an einem einzigen Tag entstehen. Die Jahreszahlen 704, 1220 und 1266 beantworten verschiedene Fragen: Wann wird der Ort genannt, wann als Stadt bezeichnet, und wann erhält er sein überliefertes Stadtrechtsprivileg? [13] [8] [23] Im selben Jahr 1266 übertrug Curt, Münzmeister zu Arnstadt, dem Kloster Ichtershausen einen Weinberg im Arntal. Hinter den Stadtmauern endeten die Beziehungen also nicht. Ein Arnstädter Amtsträger konnte Besitz für ein benachbartes Kloster stiften. [30] 12 / Die Straße steigt zum Wald hinauf 13. und 14. Jahrhundert · Burg Liebenstein Wer von Arnstadt nach Südwesten zog, konnte über Liebenstein und Frankenhain zur Wegscheide und weiter Richtung Oberhof gelangen. Die Burg über Liebenstein bewachte einen Zugang zu den Waldpässen. Sie gehörte damit zur Geschichte der Wege, auf denen Menschen und Waren Arnstadt erreichten oder verließen. [35] [34] Die Schlösserstiftung nennt 1282 als erste urkundliche Erwähnung. Den auffällig kompakten Ausbau verbindet sie vorsichtig mit Günther XXI. von Schwarzburg, der im 14. Jahrhundert auch Arnstädter Landesherr war. Ab 1434 saßen die Herren von Witzleben auf der Burg. Das Foto zeigt die Ruine im Geratal, nicht die gleichnamige Burg bei Bad Liebenstein. [34] Der Sprung ins Ungewisse Die junge Frau hört den Reiter hinter sich. Sie läuft weiter, bis der Weg am Felsen endet. Vor ihr geht es steil ins Tal, hinter ihr kommt der Verfolger näher. Sie springt und vertraut sich den Engeln an. Die fangen sie auf und tragen sie heil hinunter. Der Reiter kann sein Pferd nicht mehr anhalten. Beide stürzen in die Tiefe. Der Felsen heißt fortan Jungfernsprung. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Jonastal · Sage vom Jungfernsprung Frei nach der Ludwig Bechstein zugeschriebenen Fassung. In anderen Fassungen wird die Frau auf andere Weise gerettet. Ein historischer Beleg für die Verfolgung ist nicht bekannt. Zeitlich nicht genauer einzuordnen; hier wegen des Schauplatzes an den Wegen südlich von Arnstadt erzählt. [11] Die Stimme in der Mauer Der Burgherr will eine Mauer, die niemals fällt. Ein Kind, redet man ihm ein, müsse darin eingeschlossen werden. Die Mutter nimmt das Geld. Noch begreift sie nicht, was sie damit hergibt. Stein um Stein verschwindet die kleine Öffnung. Erst als die Mauer geschlossen ist, läuft sie auf das frische Mauerwerk zu. Sie kann ihr Kind nicht mehr erreichen. Ihr Ruf verhallt am Burgberg. Später hören Menschen zwischen den Ruinen ein leises Wimmern. Eine Frau streicht an den Steinen entlang und kratzt an den Fugen, als könnte sie noch etwas öffnen. Über ihr kreisen Eulen. Die Mutter findet keinen Weg durch die Mauer und keine Ruhe. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Sagenhafte Bauzeit der Burg · kein belegtes Jahr Überlieferte Sage, frei nach der von der Schlösserstiftung wiedergegebenen Bechstein-Fassung. Kein Nachweis eines wirklichen Bauopfers. Sie steht hier bei der Baugeschichte; die Erzählung nennt kein verlässlich datierbares Ereignis. [34] 13 / Eine Kirche wächst, ein Kloster zieht um 12. bis 14. Jahrhundert · Liebfrauenkirche und Klöster An der Liebfrauenkirche wurde über lange Zeit gebaut. Die Stadt nennt ungefähr 1170 bis 1330 als Bauzeit, die Kirchgemeinde setzt den Beginn um 1230 an. Diese Angaben lassen sich nicht zu einem einzigen gesicherten Gründungsjahr zusammenziehen. Am Bau stehen romanische und gotische Formen nebeneinander. Die Kirche diente auch als Grablege der Schwarzburger. [20] [15] Das Benediktinerinnenkloster St. Walpurgis ist erstmals 1196 belegt. Zunächst lag es auf dem Berg außerhalb der Stadt. Um 1309 wurde es an die Liebfrauenkirche verlegt. Eine Urkundenabschrift nennt unter den Gründen den beschwerlichen Aufstieg. In der Stadt lebten die Nonnen fortan näher an den Menschen und Besitzungen, mit denen ihr Kloster verbunden war. Für 1457 nennt das Thüringische Klosterbuch 32 Nonnen. [16] [17] Die Nonnen waren nicht die einzige Ordensgemeinschaft. Um 1248 ließen sich Franziskaner in Arnstadt nieder. Ihre Klosterkirche ist die heutige Oberkirche. Wer beide Kirchen besucht, begegnet also verschiedenen Teilen des mittelalterlichen religiösen Lebens. [20] 1333 erscheint die Bonifatiuskirche in einer Urkunde: Ein Haus in der Kohlgasse, das zu einer ihrer Altarstiftungen gehörte, sollte wiederaufgebaut werden. Die heutige Bachkirche entstand erst nach dem Brand von 1581. Die Erwähnung datiert also den mittelalterlichen Vorgänger, nicht das heutige Gebäude. [42] ERFUNDENE SZENE ZUR VERLEGUNG DES KLOSTERS Das Buch im Bündel Der Weg führt bergab. Eine Nonne hält ein in Stoff eingeschlagenes Buch vor der Brust, damit es nicht an die Schnalle ihres Bündels schlägt. Hinter ihr bleiben die vertrauten Mauern zurück. Unten wartet die Stadt. Eine ältere Schwester bleibt kurz stehen und sieht noch einmal den Hang hinauf. Dann geht sie weiter. Ob die neuen Räume heller sein werden? Ob sie nachts die Geräusche der Straße hören wird? Darauf kann ihr heute niemand antworten. Die Frauen, ihre Gedanken und dieser Umzugstag sind erfunden. Belegt ist die Verlegung des Klosters um 1309. Die Urkundenüberlieferung nennt den mühsamen Aufstieg als einen der Gründe. [16] [17] Der Meister und der schönere Turm Meister und Geselle bauen an der Kirche, jeder an einem Turm. Als die Leute den Turm des Gesellen loben, erträgt der Meister es nicht. Er stößt den Jüngeren hinunter. Der Hund des Gesellen springt seinem Herrn nach. Ein steinernes Tier am Bauwerk hält die Erinnerung an den treuen Hund wach. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Bau der Liebfrauenkirche · Sage ohne gesichertes Ereignisdatum Frei nach dem Ludwig Bechstein zugeschriebenen Arnstädter Sagenkreis. Die Geschichte gehört zur späteren Stadt, lange nach der Römerzeit. Ähnliche Sagen werden auch andernorts erzählt. Über den tatsächlichen Bau der Kirche gibt sie keine verlässliche Auskunft. [11] 14 / Wer hatte in Arnstadt das Sagen? 13. und 14. Jahrhundert · Äbte, Grafen und Mauern Die Abtei Hersfeld und die Grafen von Käfernburg-Schwarzburg teilten sich Rechte in Arnstadt und stritten um ihren Einfluss. 1273 erhielten die Käfernburger einen Anteil an der Stadt und die Burg Neideck als Lehen. Die käfernburgischen Rechte gingen 1306 an die Schwarzburger über. 1332 kauften diese schließlich den Hersfelder Stadtanteil. Das war ein Wechsel der Herrschaft, nicht die Neugründung Arnstadts. [14] Zur Stadt gehörten Mauern und Tore. Teile der spätmittelalterlichen Befestigung sind erhalten. Der Neutorturm wird 1418 erstmals urkundlich genannt; der Bau dürfte älter sein. Seine späteren Aufbauten zeigen, dass auch ein mittelalterlicher Turm über Jahrhunderte verändert wurde. [19] 1349 wurde der Schwarzburger Graf Günther XXI. zum deutschen König gewählt. Seine Königsherrschaft dauerte nur wenige Monate; noch im selben Jahr verzichtete er und starb kurz darauf. In Arnstadts Geschichte berühren sich damit städtische Herrschaft und Reichspolitik. [21] 15 / Erfurt vor den Toren 1342 bis 1346 · Nachbarn im Grafenkrieg Erfurt war für Arnstadt ein wichtiger Handelsplatz. Die alte Straßenverbindung von Mainfranken über den Thüringer Wald führte durch Arnstadt weiter nach Norden. Waid, Wolle und Gerbereiprodukte gehörten zu den Waren, mit denen die Stadt Geld verdiente. [14] [23] Im Grafenkrieg wurden aus Nachbarn Gegner. Die Arnstädter Chronik schildert Erfurts Beteiligung an den Belagerungen von 1342 und 1345 auf der Seite des wettinischen Landesherrn. Die Stadt wurde nicht eingenommen. Die dort ebenfalls erzählten Einzelheiten über Drohungen und Kämpfe stammen aus späterer Überlieferung. [36] Zwei Pfeifer im Staub Auf dem vordersten Wagen sitzen zwei Pfeifer. Als die Mauern von Arnstadt näher kommen, setzen sie ihre Instrumente an. Hinter ihnen holpern weitere Wagen über den Weg. Der Abt des Erfurter Petersklosters hat sie geschickt, um Verwundete und Tote vom Schlachtfeld zu holen. Mönche und Bürger fahren mit. Vor der Stadt hört Graf Virneburg die Musik. über der Straße hängt eine Staubwolke. Frische Truppen aus Erfurt, denkt er. Gerade noch hatte er die Gegner zurückgedrängt; jetzt befiehlt er seinen Leuten, hinter die Mauern zu gehen. Die Erfurter und der Landgraf ziehen ab. Die Pfeifer spielen weiter. Sie ahnen nicht, wofür man ihren Wagenzug gehalten hat. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Vor Arnstadt · Erzählung zum Grafenkrieg ab 1342 Freie Nacherzählung der in der Chronik gesammelten späteren Fassungen. Das Missverständnis mit den Pfeifern ist kein gesicherter Ablauf der Kämpfe. Wahrnehmungen und Gedanken sind erzählerisch ausgestaltet. [45] 16 / Jüdisches Leben und Verfolgung 13. bis 15. Jahrhundert · Eine gefährdete Gemeinde Jüdische Menschen lebten im mittelalterlichen Arnstadt. Der früheste hier herangezogene Nachweis ist bereits eine Nachricht über Gewalt: 1264 wurden fünf Juden ermordet. Für 1273 sind jüdische Bewohner in einem Vertrag ausdrücklich erwähnt. Später belegen die Quellen eine Synagoge und einen Friedhof. Hinter diesen knappen Nachrichten steht eine Gemeinde mit einem eigenen religiösen Alltag. [18] [24] 1349 wurden beim Pogrom fast alle Arnstädter Jüdinnen und Juden ermordet. Die Verfolgung gehört in die Zeit der Pestpogrome. Juden wurden damals wahrheitswidrig beschuldigt, Brunnen vergiftet zu haben. Die Beschuldigung war ein Vorwand für Gewalt, keine Erklärung für die Seuche. [18] [24] Im 15. Jahrhundert sind wieder jüdische Bewohner bezeugt. Phasen der Ansiedlung wechselten mit Vertreibungen. Ihre Geschichte passt deshalb nicht in das Bild einer Stadt, deren wachsender Wohlstand allen dieselbe Sicherheit bot. [18] 17 / Wovon die Stadt lebte Spätmittelalter · Handel und Alltag Arnstadt lag an einer Verkehrsverbindung zwischen Nürnberg und Erfurt. Der Handel mit Waid spielte im Mittelalter eine wichtige Rolle. Der Fachbeitrag zu den Residenzstädten nennt außerdem Wolle, Gerbereiprodukte und Gewandschneider im Wirtschaftsleben der Stadt. So lässt sich hinter den Urkunden eine Stadt mit Warenverkehr und handwerklicher Arbeit erkennen. Die viel später bezeugten großen Brauereizahlen gehören allerdings nicht in dieses mittelalterliche Bild. [14] [23] Ein kleiner Rechnungsposten bringt den Alltag besonders nahe: 1404 wurden beim Kloster an der Liebfrauenkirche Ausgaben für Bratwurstdärme notiert. Der städtische Reiseplaner führt ihn als frühen schriftlichen Beleg der Thüringer Bratwurst an. Was genau im Rezept stand und seit wann man sie zubereitete, sagt die Notiz nicht. Eine Rechnung kann eine Speise belegen, ohne ihr Geburtsdatum zu verraten. [21] Die Klosterrechnung von 1424 führt eine eigene Schäferei in Bittstädt und einen Anteil an der Arnstädter Schäferei auf. Dazu kamen eine Mahlmühle, Weinberge und Fischwasser. Die Versorgung der Nonnen hing an Höfen, Weiden und Gewässern weit außerhalb der Klostermauern. [43] Auch Erfurt begegnet in diesen Geschäften: 1416 überließ das Kloster einem dortigen Sänger und einem Blankenburger Pfarrer lebenslang ein Anwesen in der Kohlgasse. Haus, Hof, Scheune und Garten gehörten dazu. [43] ERFUNDENE ALLTAGSSZENE ZUM MITTELALTERLICHEN HANDEL Noch einmal gegen das Licht Der Händler schlägt das Tuch auseinander. Die Kundin nimmt eine Ecke zwischen Daumen und Zeigefinger und hält sie gegen das Licht. Sie sucht eine dünne Stelle. Er zieht den Stoff glatt und wartet. Vom Nachbarstand schiebt jemand einen Sack zur Seite, ein Kind drängt sich zwischen den Erwachsenen hindurch. Die Frau lässt das Tuch sinken und nennt ihren Preis. Der Händler schüttelt den Kopf. Gekauft ist noch nichts. Eine frei erfundene Marktszene. Sie greift den belegten Handel und das Textilgewerbe auf. Personen, Gespräch und Marktstand sind nicht überliefert; auch der Farbton im Bild ist eine künstlerische Wahl. [14] [23] Die Helfer, die keinen Dank verlangten Das Korn ist reif, doch niemand hat Zeit für das Feld der Witwe. Die wohlhabenden Bauern haben alle Erntehelfer verpflichtet. Wie soll sie nun ihre Kinder durch den Winter bringen? Weinend steht sie am Feld im Jonastal. Da fragt ein kleines Wesen nach ihrem Kummer. Sie erzählt von der Ernte, und es schickt sie in die Stadt: Sie soll einen Wagen holen. Als sie zurückkommt, ist das Korn geschnitten und zu Garben gebunden. Die Böhlersmännchen haben die Arbeit für sie erledigt. Die Witwe ruft ihren Dank in die Höhle am Sonnenberg hinein. Doch es bleibt still. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Jonastal · Die Böhlersmännchen Frei nach der Überlieferung in Band 4 der Arnstadt-Chronik. Die Böhlersmännchen sind Sagengestalten. Aus der Geschichte von ihrer Höhle lässt sich nichts über eine vorgeschichtliche Besiedlung ableiten. Die Handlung ist undatiert und wird hier beim ländlichen Alltag eingeordnet, nicht einem bestimmten mittelalterlichen Jahr zugewiesen. [12] Die Frau, die immer weitergehen muss Unter den hohen Buchen wächst an einer Stelle kein Gras. Dort, heißt es, geht eine Frau um den Baum, immer im Kreis. Zu Lebzeiten schenkte sie Bier aus und gab ihren Gästen weniger, als ihnen zustand. Nun findet sie keine Ruhe. Wer zur rechten Zeit vorbeikommt, hört ihren Ruf: Voll Maß! Voll Maß! Frau Holle nennen die Leute die ruhelose Gestalt. Noch immer geht sie um den Baum. Überlieferte Sage · freie Nacherzählung. Walperholz · Die Sage vom vollen Maß Frei nach der Bechstein zugeschriebenen Sage. Ihr Entstehungsdatum ist hier nicht belegt; sie ist keine Nachricht über eine bestimmte mittelalterliche Wirtin. Sie begleitet das Kapitel über Handel als Erzählung vom ehrlichen Maß. [11] 18 / Von der Wachsenburg an den Verhandlungstisch 1434 bis 1472 · Burgen, Klöster und Erfurt 1434 bestätigte Graf Heinrich, Herr zu Arnstadt und Sondershausen, frühere Dorfverkäufe an Paulinzella und verzichtete auf sein Wiederkaufsrecht. Solche Geschäfte erklären die Verbindung genauer als die Vorstellung eines abgeschlossenen Klosters im Wald. Sein Besitz und seine Rechte reichten weit über die Klostermauern hinaus. [32] 1451 rückte Erfurt gegen die Wachsenburg vor. Die Stadt kämpfte als Verbündete Herzog Wilhelms III.; am 8. Dezember fiel die Burg. Haarhausen war dabei Hauptquartier. Der Ort, an dem mehr als tausend Jahre zuvor Töpfer gearbeitet hatten, erscheint nun in einer ganz anderen Rolle. Eine ununterbrochene Nutzung desselben Platzes ist damit nicht behauptet. [37] [38] Am 9. Juni 1472 wurde über die Visitation Paulinzellas verhandelt, also über die Prüfung und Ordnung des Klosterlebens. Auf der anderen Seite standen unter anderem die Äbte von Bursfelde und St. Peter in Erfurt. Graf Heinrich, Herr zu Arnstadt, vermittelte. Arnstadt, Paulinzella und Erfurt lassen sich hier an einem einzigen überlieferten Vorgang verbinden. [32] 19 / Wer für andere vorsorgte 1436 bis 1493 · Glocken, Gesang und Hospital 1436 stifteten Peter Marder und Kunigunde ein jährliches Totengedenken. Dabei sollte die große Glocke der Liebfrauenkirche läuten. Ihr Name sollte auch nach ihrem Tod in der Stadt zu hören sein. [44] Graf Heinrichs Stiftung von 1481 versorgte vier Priester und zwei Jungen für den Gesang in der Schlosskapelle. Die Jungen erhielten Essen, Winterpelz, Sommerrock und Schuhe. Der Stiftungsbrief verlangte ein gleichmäßiges Tempo beim Singen. [44] 1493 vermachten Hans Apel und Barbara dem Hospital St. Georg und St. Jacob Felder, Wiesen, Weinland und Vieh. Außerdem ließen sie auf dessen Hof ein Fachwerkhaus für den Verwalter bauen. [44] ERFUNDENE SZENE ZUR STIFTUNG VON 1481 Nicht so schnell Der jüngere der beiden Jungen holt Luft und setzt zu früh ein. Neben ihm hält der Priester eine Hand über das aufgeschlagene Buch. Warten. Erst als die Hand sich senkt, beginnt die nächste Zeile. Diesmal bleiben die Stimmen zusammen. Durch das kleine Fenster fällt kaltes Licht auf das Pult. Der Junge zieht die Schultern hoch. Später wird es im Schloss etwas zu essen geben; jetzt muss er bis zum Ende der Zeile kommen, ohne wieder vorauszueilen. Die Probe, die Gesten und die Jungen sind erfunden. Grundlage ist die in der Chronik wiedergegebene Stiftung von 1481 mit ihren Vorgaben für Gesang, Unterkunft und Versorgung. Die Gestalt der Kapelle ist im Bild frei entworfen. [44] 20 / Was von der Stadt um 1500 geblieben ist Spätmittelalter · Bauten und ein kurzer Ausblick In der Liebfrauenkirche ist der Flügelaltar von 1498 zu sehen, der ursprünglich aus der Oberkirche stammt. Solche Stücke führen näher an das späte Mittelalter heran als viele Fassaden am heutigen Markt. Das Rathaus war schon 1347 erwähnt, brannte aber 1459 ab. Der Bau von 1501 wurde nach dem Stadtbrand von 1581 erneut umgestaltet. Sein heutiges Erscheinungsbild ist wesentlich von der Renaissance geprägt. [19] Auch Neideck begann als mittelalterliche Burg. Der Ausbau zum Renaissanceschloss folgte erst 1553 bis 1560. Historische Ansichten von 1650 oder 1798 zeigen deshalb eine Stadt, in der vieles bereits anders aussah als um 1400. Die alten Bilder auf dieser Seite bleiben wertvoll, wenn man ihre Entstehungszeit mitliest. [19] Hier endet der mittelalterliche Teil um 1500. Ein kurzer Blick darüber hinaus erklärt den nächsten Bruch: 1533 wurde das Walpurgiskloster im Zuge der Reformation aufgehoben. Damit veränderte sich auch die Nutzung der Liebfrauenkirche. [16] HÄUFIGE FRAGEN War Arnstadt eine römische Stadt? Dafür liefern die hier geprüften Quellen keinen Beleg. Sie zeigen römische Erzeugnisse und Kontakte in einer Region außerhalb des Imperiums. Für Haarhausen ist außerdem römische Produktionstechnik nachgewiesen. [3] [5] Waren auch Menschen aus dem Römischen Reich hier? Das ist möglich. Ein römischer Gegenstand verrät aber nicht, woher sein Besitzer kam. Die hier ausgewerteten Funde belegen den Aufenthalt bestimmter Personen aus dem Römischen Reich nicht. [2] [5] Ist die Alteburg eindeutig eine keltische Stadt? Der städtische Grabungsbericht beschreibt eine eisenzeitliche Wallanlage. Welchen Gruppen ihre Bewohner angehörten, klärt er nicht. Eine Bauform allein reicht für die Zuordnung als keltische Stadt nicht aus. [1] Gab es eine ununterbrochene Siedlung seit der Steinzeit? Das ist bisher nicht durch die hier ausgewerteten Quellen belegt. Funde aus verschiedenen Epochen können auch durch lange Zeiten ohne Besiedlung getrennt sein. Um die Frage zu beantworten, müsste man genauer wissen, wann welche Plätze bewohnt waren. [1] [6] Wurde Arnstadt 1266 gegründet? Nein. Der Ort ist schon vorher belegt und wird 1220 als Stadt bezeichnet. 1266 erhielt er das überlieferte Stadtrechtsprivileg nach Hersfelder Vorbild. [13] [14] Zeigen die alten Stadtansichten das mittelalterliche Arnstadt? Die hier gezeigten Stiche und Postkarten stammen aus späteren Jahrhunderten. Mittelalterliche Bauten können darin erhalten sein, doch die gesamte Ansicht darf nicht in die Zeit um 1400 zurückversetzt werden. [19] Ist die Bratwurst 1404 in Arnstadt erfunden worden? Das lässt sich aus dem Rechnungsbeleg nicht schließen. Er zeigt, dass damals Bratwurstdärme bezahlt wurden. Über den Beginn der Zubereitung oder ein genaues Rezept gibt er keine Auskunft. [21] METHODE Frei zugängliche Grabungsberichte, Fachaufsätze und Museumsdarstellungen. Einordnung bezeichnet Schlussfolgerungen dieser Recherche. Kein vollständiger Grabungskatalog und keine unveröffentlichten Unterlagen ausgewertet. Jüngster hier ausgewerteter lokaler Grabungsbericht: 2025. Keine amtliche Veröffentlichung. QUELLEN [1] Ausgrabungen auf der Alteburg Stadt Arnstadt | 23.01.2025 https://www.arnstadt.de/news/ausgrabungen-auf-der-alteburg-in-arnstadt Amtlicher Kurzbericht zur Grabung beim Spielplatzbau. Belegt die vorgeschichtlichen Fundperioden und die eisenzeitliche Wallanlage. Die erwähnte Eisenfibel wird nur als aus dem 2. Jahrhundert bezeichnet, ohne vor oder nach Christus. Hier deshalb nicht genauer datiert. [2] Archäologische Ausgrabungen in Arnstadt TLDA / CS, veröffentlicht bei Archäologie Online | 21.07.2017 https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/archaeologische-ausgrabungen-in-arnstadt-3671/ Grabungsbericht für das Quartier nahe dem Erfurter Tor. Wichtigster direkter Beleg für kaiserzeitliche Funde und die davon zu trennenden merowingerzeitlichen Grubenhäuser. [3] Herkunftsbestimmung an grauer Drehscheibenkeramik des 3. Jahrhunderts aus Thüringen Oliver Mecking, Thüringisches Landesamt für Archäologische Denkmalpflege | 2003, S. 43 bis 45 https://www.researchgate.net/publication/267734454_HERKUNFTSBESTIMMUNG_AN_GRAUER_DREHSCHEIBENKERAMIK_DES_3_JAHRHUNDERTS_AUS_THURINGEN Fachbeitrag mit zugänglichem Autorenvolltext. Belegt Datierung, Ofenzahl und Produktionstechnik in Haarhausen; erläutert die chemische Herkunftsbestimmung von Keramik. [4] Römische Kaiserzeit Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar | ohne Datumsangabe https://alt-thueringen.de/museum/dauerausstellung/roemische-kaiserzeit/ Das Museum beschreibt den Alltag, Importe, die Hermunduren und Haarhausen. Die Aussagen zu Thüringen insgesamt lassen sich nicht ohne Weiteres auf einzelne Fundplätze in Arnstadt übertragen. [5] Römer und Germanen Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar | ohne Datumsangabe https://alt-thueringen.de/museum/angebote-und-themen/fuehrungen/roemer-und-germanen/ Erklärt Thüringens Lage außerhalb des Römischen Reichs und die notwendige Gegenprüfung römischer Schriftquellen durch archäologische Funde. [6] Das Kollektivgrab von Apfelstädt und das Aufkommen von Totenhütten in Thüringen Mario Küßner | 2016, S. 159 bis 180, besonders Abb. 1 und S. 161 https://www.researchgate.net/publication/310455269_Das_Kollektivgrab_von_Apfelstadt_Lkr_Gotha_und_das_Aufkommen_von_Totenhutten_in_Thuringen Fachaufsatz. Behandelt auch die Kollektivgräber Arnstadt-Egelsee und Rudisleben sowie spätneolithische Fundplätze zwischen Gotha und Arnstadt. [7] Königsdämmerung Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | ohne Datumsangabe https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de/dauerausstellung/koenigsdaemmerung Museumsdarstellung des Thüringerreichs und seiner Niederlage gegen die Franken 531. Regionaler Kontext, kein Beleg für einen Arnstädter Königssitz. [8] 750 Jahre Stadtrecht Arnstadt: Geschichte, Legenden, Mythen Arnstadt – wohin? | 15.07.2016 https://arnstadt-wohin.de/2016/07/15/750-jahre-stadtrecht-arnstadt-geschichte-legenden-mythen-ausstellung-bis-oktober-2016/ Sekundärbericht über das stadtgeschichtliche Kolloquium mit Olaf Schneider. Verweist auf die späte Abschrift der Hedenurkunde und die Unterscheidung zwischen Ortsnennung und Stadtwerdung. Kein Ersatz für eine Urkundenedition. [9] Jungsteinzeit Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen | ohne Datumsangabe https://www.afm-oerlinghausen.de/ausstellung/jungsteinzeit/ Allgemeine Epochenorientierung, etwa 5500 bis 2200 v. Chr. Die dort beschriebenen Häuser aus Westfalen werden nicht auf Arnstadt übertragen. [10] Arnstadt-Chronik, Band 2 Bereitgestellt durch die Stadt Arnstadt | Sammlung älterer Beiträge https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-2.pdf Dokumentiert ältere Heimatgeschichtsschreibung und die Merowig-Sage. Ältere Datierungen und ethnische Zuschreibungen sind nicht ungeprüft als heutiger Forschungsstand übernommen. Außerdem: H. Adelberg, „Die Gründung Arnstadt’s“ (1878), gedruckte Seite 522 (PDF-Seite 7), als Vorlage der Merowig-Sage. [11] Sagen rund um Arnstadt Deutsche Sagen-Sammlung; Ludwig Bechstein zugeschriebene Überlieferungen | ohne Datumsangabe https://www.deutschesagen.de/sagen-rund-um-arnstadt/ Textgrundlage für die freien Nacherzählungen vom Jungfernsprung und von Meister und Geselle. Dokumentiert Sagen, keine nachgewiesenen historischen Ereignisse. [12] Arnstadt-Chronik, Band 4: Die Böhlersmännchen Stadt Arnstadt; wiedergegebene Überlieferung aus „Wir wandern durch den Kreis Arnstadt“ | Vorlage um 1954 https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-4.pdf Gedruckte Seite 1824 (PDF-Seite 269): Erntehilfe für eine Witwe durch die Böhlersmännchen. Quelle der freien Nacherzählung; kein archäologischer Beleg. [13] Stadtrechtsurkunde vom 21. April 1266 Landesarchiv Thüringen, Archivportal | Urkunde 1266; modernes Findbuch https://www.archive-in-thueringen.de/de/findbuch/view/bestand/19315/systematik/263505 Archivum Commune, Signatur 8 (klein). Regest der Urkunde. Der Rückverweis auf Karl den Großen betrifft die Hersfelder Rechtsüberlieferung und ist keine Gründungsurkunde Arnstadts. [14] Schwarzburg: Arnstadt, Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich Harald Winkel; Akademie der Wissenschaften zu Göttingen | 2012, S. 1353–1354 https://adw-goe.de/digitale-bibliothek/hoefe-und-residenzen-im-spaetmittelalterlichen-reich/id/rf15_IV-4020 Wissenschaftlicher Überblick zu Stadtrecht, Herrschaftswechsel, Befestigung und mittelalterlicher Wirtschaft. Unsichere Anfänge der Hersfelder Herrschaft werden dort als solche benannt. [15] Die Liebfrauenkirche zu Arnstadt Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Arnstadt; Mathias Rüß | Oktober 2021 https://kirche-arnstadt.de/kirchen-in-arnstadt/liebfrauenkirche/ Darstellung der Kirchgemeinde. Nennt einen Baubeginn um 1230; die städtische Übersicht setzt den Beginn bereits um 1170 an. Diese abweichenden Ansätze werden im Kapitel offengelegt. [16] Arnstadt, Walpurgiskloster/Nonnenkloster Karl Heinemeyer und Anselm Schedel; Thüringisches Klosterbuch | 5. Februar 1998 https://www2.uni-erfurt.de/monasticon/ArnBenWx/Kurz_ArnBenWx.htm Fachliche Übersicht: erstmals 1196 genannt, Verlegung um 1309, 32 Nonnen im Jahr 1457. Ein genaues Gründungsjahr ist nicht gesichert. [17] Rechte am verlegten Walpurgiskloster Landesarchiv Thüringen, Archivportal | 16. August 1309; Abschrift des 15. Jahrhunderts https://www.archive-in-thueringen.de/en/findbuch/view/searchall/Sengestock/bestand/19325 Sondershäuser Urkunden, Signatur 286. Das Regest nennt die beschwerliche Besteigung des Berges als einen Grund der Verlegung. Die erhaltene Fassung ist eine spätere Abschrift. [18] Jüdisches Leben in Thüringen: Arnstadt Themenportal Jüdisches Leben in Thüringen | ohne Datumsangabe https://juedisches-leben-thueringen.de/orte Ortsabschnitt Arnstadt: Verfolgung 1264, Pogrom 1349, erneute Ansiedlungen und Vertreibungen im 15. Jahrhundert. Die Darstellung einer angeblichen Gründung der Erfurter Gemeinde durch Überlebende wird hier nicht übernommen. [19] Arnstadt: Kirchen und Baudenkmale Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, digitale Ausgabe | Datierung je Bauwerk https://de.dehio.org/bauwerk/arnstadt-ev-stadtpfarrkirche-unserer-lieben-frau-liebfrauenkirche Enthält neben der Liebfrauenkirche auch Stadtbefestigung, Neideck, Rathaus und Hospital. Trennt mittelalterliche Bauteile von späteren Umbauten. [20] Sehenswürdigkeiten in Arnstadt und Umgebung Stadt Arnstadt | ohne Datumsangabe https://www.arnstadt.de/sehenswuerdigkeiten Städtische Angaben zur Liebfrauenkirche, zur Ansiedlung der Franziskaner um 1248 und zum Altar von 1498. [21] Reiseplaner Arnstadt, Kunst und Kultur Stadt Arnstadt / Tourist-Information | 2021–2022 https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Informationsmaterial/reiseplaner_arnstadt_2021_2022.pdf Berichtet über Günther XXI. im Jahr 1349 und den Rechnungsbeleg für Bratwurstdärme von 1404. Der Beleg datiert eine schriftliche Nennung, nicht die Erfindung der Speise. [22] Otto I., Kaiser, Allgemeine Deutsche Biographie Historische Biographie, digital bei Wikisource | historischer Fachartikel des 19. Jahrhunderts https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Otto_I._(Kaiser) Beschreibt die Versammlung in Arnstadt im Dezember 954 nach dem Aufstand Liudolfs. Ältere Darstellung; keine Grundlage für die genaue Lage oder Gestalt des Versammlungsortes. [23] Arnstadt, Residenzstädte im Alten Reich Annette Cremer; Akademie der Wissenschaften zu Göttingen | 2019, S. 16–19 https://adw-goe.de/la/digitale-bibliothek/residenzstaedte-im-alten-reich-1300-1800/id/RESIST-HB1-BD1-ART005 Fachbeitrag zu Stadtstruktur, Handel und Hof. Angaben aus dem 16. bis 18. Jahrhundert werden nicht in das Mittelalter zurückverlegt. [24] Arnstadt-Chronik, Band 1: Das Schicksal unserer jüdischen Mitbürger Stadt Arnstadt, Sammlung lokalhistorischer Beiträge | Sammlung älterer Beiträge https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-1.pdf Enthält Hinweise auf 1264, den Vertrag von 1273 und die Judenschule von 1347. Historische Zitate im Band enthalten antijüdische Deutungen; diese werden hier nicht als Tatsachen übernommen. [25] The Upper church in Arnstadt: a brief historical outline Oberkirche Arnstadt e.V. | 2021 https://www.oberkirche-arnstadt.de/wp-content/uploads/2022/12/2021-Historischer-Abriss-Oberkirche-Arnstadt_Englisch-Flag.pdf Baugeschichtlicher Überblick zur Franziskanerkirche und zu späteren Veränderungen. [26] Spendenaktion für den Neutorturm Stadt Arnstadt | 15. April 2024 https://www.arnstadt.de/news/spendenaktion-fuer-den-neutorturm Datierung des Turms ans Ende des 14. Jahrhunderts und Bericht über den Brand am 14. April 2024. Dient auch zur zeitlichen Einordnung der Aufnahme von 2011. [27] Mühlberg: Ortsgeschichte Gemeinde Drei Gleichen | ohne Datumsangabe https://www.gemeinde-drei-gleichen.de/ortsteile/muehlberg/ Gemeinsame Nennung mit Arnstadt 704; Erwerb des Dorfes durch Erfurt 1357. Keine Datierung erhaltener Burgmauern. [28] Arnstadt: Benediktinerinnenkloster St. Walpurgis Heinemeyer / Schedel, Thüringisches Klosterbuch | ohne Datumsangabe https://www2.uni-erfurt.de/monasticon/ArnBenWx/Pdf__arnbenwx.pdf S. 2: Gebhard bezeugt 1196 in Erfurt eine Urkunde für Ichtershausen. [29] Klostergeschichte Ichtershausen Collegiatsstift St. Georg und Marien | ohne Datumsangabe https://www.collegiat-ichtershausen.de/ichtershausen-cgm/klostergeschichte.html Kirche 1133, Klostergründung 1147 und Königswahlentscheidung 1198. Vermutungen über einen fränkischen Außenposten werden nicht übernommen. [30] Die Münzen des Hauses Schwarzburg, S. XXVI Ernst Fischer, 1904 | 1904 https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fischer1904/0032 Weinbergübertragung des Arnstädter Münzmeisters Curt an Ichtershausen 1266, nach Burkhardt, Urkundenbuch Nr. 29. Originalurkunde hier nicht eingesehen. [31] Paulinzellaer Dokumente: Bestandsgeschichte Landesarchiv Thüringen, Staatsarchiv Rudolstadt | ohne Datumsangabe https://www.archive-in-thueringen.de/de/findbuch/view/bestand/19317/vorwort/1 Gründung 1102 bis 1105, Kirchenweihe 1124, Schwarzburger Vogtei. [32] Paulinzellaer Dokumente, Nr. 214 und 283 Landesarchiv Thüringen, Staatsarchiv Rudolstadt | ohne Datumsangabe https://www.archive-in-thueringen.de/de/findbuch/view/bestand/19317/systematik/170796 Bestand 5-11-1030: Rechtsgeschäft vom 9. September 1434; Visitationsvereinbarung vom 9. Juni 1472 mit dem Erfurter Peterskloster und dem Herrn zu Arnstadt. [33] Burgruine Gleichen Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten | ohne Datumsangabe https://www.thueringerschloesser.de/objekt/burgruine-gleichen/ Grafen von Gleichen als Mainzer Vögte Erfurts; Baugeschichte und Überlieferung der Doppelehe. [34] Burgruine Liebenstein Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten | ohne Datumsangabe https://www.thueringerschloesser.de/objekt/burgruine-liebenstein/ Ersterwähnung 1282, Handelsstraße und Schwarzburger Ausbau; Sage vom eingemauerten Kind. Kein gesichertes Gründungsjahr. [35] Heimatgeschichte: Frankenhain und Liebenstein Gemeinde Geratal | ohne Datumsangabe https://www.gemeinde-geratal.de/heimatgeschichte/ Handelsweg Arnstadt, Liebenstein, Frankenhain, Wegscheide, Oberhof. Widersprüchliche Besitzdaten der Ortsdarstellungen nicht übernommen. [36] Arnstadt-Chronik, Band 2, S. 528 ff. Stadt Arnstadt | ohne Datumsangabe https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-2.pdf Belagerungen 1342/1345; enthält spätere Schlachterzählungen, keine zeitgenössischen Augenzeugenberichte. [37] Rosenberg Gustav Roethe, Allgemeine Deutsche Biographie 1889 | 1889 https://www.deutsche-biographie.de/sfz76959.html Einnahme der Wachsenburg durch Erfurter Verbündete Herzog Wilhelms III. am 8. Dezember 1451 und zeitnahes Siegesgedicht. [38] Amtsblatt des Ilm-Kreises vom 31. Juli 2007 Ilm-Kreis | 31.07.2007 https://www.ilm-kreis.de/media/custom/1582_60_1.PDF?1190719815= Haarhausen als Hauptquartier bei der Belagerung der Wachsenburg 1451. [39] Die Gleichensche Doppelehe, Nr. 425 Ludwig Bechstein, Thüringer Sagenbuch, Band 2 | ohne Datumsangabe https://de.wikisource.org/wiki/Th%C3%BCringer_Sagenbuch._Zweiter_Band/Die_Gleichensche_Doppelehe Quelle der freien Nacherzählung. Die Handlung ist in die Kreuzzugszeit versetzt; keine belegte Doppelehe. [40] Von den drei Gleichen, Nr. 424 Ludwig Bechstein, Thüringer Sagenbuch, Band 2 | ohne Datumsangabe https://de.wikisource.org/wiki/Th%C3%BCringer_Sagenbuch._Zweiter_Band/Von_den_drei_Gleichen Die Überlieferung nennt 1230 für den gemeinsamen Brand; häufig wird auch 1231 genannt. Hier als Sage, nicht als gesicherte Brandchronologie verwendet. [41] Chronik Bittstädt Gemeinde Amt Wachsenburg | ohne Datumsangabe https://www.amt-wachsenburg.de/upload/chronik-bittstaedt.pdf Wachsenburg im Zusammenhang der Hersfelder Besitzungen. Genaues Gründungsjahr wegen abweichender Darstellungen offen gelassen. [42] Arnstadt-Chronik: Bonifatiuskirche: der Beleg von 1333 Klaus Reinhold · bereitgestellt von der Stadt Arnstadt | ohne Datumsangabe https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-1.pdf#page=301 Band 1, gedruckte S. 299, PDF-Seite 301. Urkundliche Erwähnung, kein gesichertes Baujahr. [43] Arnstadt-Chronik: Walpurgiskloster: Grundstücke, Wasser und Einkünfte Klaus Reinhold · bereitgestellt von der Stadt Arnstadt | ohne Datumsangabe https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-1.pdf#page=325 Band 1, gedruckte S. 323–324, PDF-Seiten 325–326. Urkundenreferate und Angaben zur Rechnung von 1424. [44] Arnstadt-Chronik: Legate und Stiftungen: 1436, 1481 und 1493 Klaus Reinhold · bereitgestellt von der Stadt Arnstadt | ohne Datumsangabe https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-1.pdf#page=135 Band 1, S. 135. Marder-Stiftung, Schlosskapelle und Stiftung für das Hospital. Spätere Zusammenstellung älterer Überlieferung. [45] Arnstadt-Chronik: Zwei Pfeifer vor Arnstadt Klaus Reinhold · bereitgestellt von der Stadt Arnstadt | ohne Datumsangabe https://www.arnstadt.de/fileadmin/Arnstadt/Stadt_und_Verwaltung/Stadtportrait/Arnstadt_Chronik/Arnstadt-Chronik-Band-2.pdf#page=13 Band 2, gedruckte S. 528–530, PDF-Seiten 12–14. Späte Erzählfassungen, darunter Johann Binhard 1613; kein zeitgenössischer Schlachtbericht. BILDER UND KARTEN Die Webfassung enthält Fotos, einen historischen Stadtplan, ein Geländemodell und eine heutige OpenStreetMap-Karte. Bilddateien inhaltlich unverändert; teils Wikimedia-Vorschaubilder in kleinerer Auflösung. Die jeweilige Bildlizenz gilt weiter. Arnstadt und seine Landschaft Arnstadt im Januar 2014, mit der Wachsenburg im Hintergrund. So sieht die heutige Landschaft aus. Kartenlaser | CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstadt_Panorama.jpg https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ Am Rand der Alteburg Äcker, Wege und Gehölze auf der Alteburg, aufgenommen im Oktober 2014. Unter diesem Gelände liegen die Spuren des vorgeschichtlichen Siedlungsplatzes. Giorno2 | CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alteburg_Arnstadt_2.JPG https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ Die Alteburg im digitalen Geländemodell Das 2020 veröffentlichte Geländemodell macht Höhenunterschiede durch Farben sichtbar. Die Linien im Gelände können unterschiedlich alt sein und verschiedene Ursachen haben. Das Alter einer Befestigung lässt sich am Bild allein nicht ablesen. Michael Köhler, Falschfarbendarstellung; Datengrundlage © GDI-Th | CC BY 4.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DEM_Alteburg-Arnstadt.jpg https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Ein nachgebauter Töpferofen in Haarhausen Ein nachgebauter römischer Töpferofen auf dem Gelände für experimentelle Archäologie in Haarhausen. Diese moderne Rekonstruktion wurde laut Bildmetadaten 2004 fotografiert. Mazbln | CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Haarhausen_Toepferofen.JPG https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ Arnstadt auf dem Stadtplan von 1869 H. A. Ehrlichs Plan zeigt die Stadt und ihre Umgebung im 19. Jahrhundert. Er hilft beim Vergleich der Ortslagen, ist aber keine Karte des römischen oder frühmittelalterlichen Arnstadts. Digitalisat aus dem Center for Jewish History. Herman Ehrlich, auch H. A. Ehrlich | Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herman_Ehrlich,_Plan_von_Arnstadt,_1869.jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herman_Ehrlich,_Plan_von_Arnstadt,_1869.jpg#Licensing Arnstadt im Merian-Stich Die Stadtansicht aus der Topographia Superioris Saxoniae (1650) zeigt das frühneuzeitliche Arnstadt. Für die Römerzeit ist sie kein Bildzeugnis. Matthäus Merian | Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstatt_(Merian).jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstatt_(Merian).jpg#Licensing Eine Stadtansicht aus dem Jahr 1798 Arnstadt im Eckarthischen Tagebuch von 1798, digitalisiert von der SLUB Dresden. Das vollständige Blatt enthält darunter die Allegorie „List und Gewalt“. Sie ist keine hier belegte Arnstädter Ortssage. Stecher unbekannt; herausgegeben von Gotthelf Benjamin Flaschner | Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eckarth_1798_10_Arnstadt.jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eckarth_1798_10_Arnstadt.jpg#Licensing Ein gemalter Gruß aus Arnstadt Künstlerpostkarte nach Erwin Spindler, gedruckt bei R. Braune in Arnstadt. Das genaue Erscheinungsjahr ist nicht gesichert; die Dateibeschreibung nennt den weiten Zeitraum 1860–1926. Sammlung Heidi und Frank Gaitzsch, heute Leibniz-Institut für Länderkunde. Erwin Spindler | Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Erwin_Spindler_Ansichtskarte_Arnstadt-Q1.jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Erwin_Spindler_Ansichtskarte_Arnstadt-Q1.jpg#Licensing Menschen am alten Bismarckbrunnen Menschen am Bismarckbrunnen auf einer alten Ansichtskarte. Die Sammlung Zeno.org datiert sie ungefähr um 1900. Das genaue Aufnahmejahr ist unbekannt. Urheber unbekannt; Sammlung Zeno.org | Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstadt,_Th%C3%BCringen_-_Bismarckbrunnen_(Zeno_Ansichtskarten).jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstadt,_Th%C3%BCringen_-_Bismarckbrunnen_(Zeno_Ansichtskarten).jpg#Licensing Der Marktplatz auf einer alten Postkarte Der Marktplatz auf einer kolorierten Ansichtskarte aus der Sammlung Zeno.org. Dort wird sie ungefähr auf die Zeit um 1900 datiert. J. Sch. F., laut Dateibeschreibung; Sammlung Zeno.org | Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstadt,_Th%C3%BCringen_-_Marktplatz_(Zeno_Ansichtskarten).jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnstadt,_Th%C3%BCringen_-_Marktplatz_(Zeno_Ansichtskarten).jpg#Licensing Die Liebfrauenkirche im Jahr 2017 Aufnahme vom 22. Juni 2017. Der mittelalterliche Kirchenbau wurde später mehrfach restauriert und verändert. SchiDD | CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ARN-Liebfrauenkirche-1.jpg https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 Der Neutorturm vor dem Brand Aufnahme vom 29. September 2011. Zu sehen ist der Zustand vor dem Brand von 2024, keine Aufnahme des heutigen Bauzustands. EliasDüsentrieb | CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Neutorturm_Arnstadt.jpg https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Die Oberkirche am Pfarrhof Aufnahme vom 29. September 2011. Die ehemalige Franziskanerkirche trägt Bauteile aus verschiedenen Jahrhunderten. EliasDüsentrieb | CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oberkirche_Arnstadt,_99310_Arnstadt,_Pfarrhof_1.jpg https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Mauerreste von Neideck Aufnahme vom 24. April 2014. Die Ruine gehört zur Geschichte von Burg und späterem Renaissanceschloss; das Foto datiert einzelne Mauerstücke nicht. Giorno2 | CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss_Neideck.jpg https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 Die Drei Gleichen im Jahr 1883 Zeichnung von Ferdinand Lindner, veröffentlicht in der Gartenlaube 1883. Eine Ansicht des 19. Jahrhunderts, keine Darstellung des mittelalterlichen Zustands. Ferdinand Lindner; Commons-Ausschnitt: Botaurus | Public domain https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Die_Gartenlaube_(1883)_b_093.jpg https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/ Die Klosterkirche in Ichtershausen Aufnahme vom 5. Mai 2018. Die erhaltene Kirche und ihre Umgebung tragen Spuren späterer Umbauten. Giorno2 | CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Klosterkirche_Ichtershausen_1.jpg https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 Paulinzella im Reiseführer von 1897 Aus Griebens Reiseführer Thüringen von 1897. Das Blatt zeigt die Kirche lange nach der Aufhebung des Klosters als Ruine. Unbekannt; Griebens Reiseführer Thüringen | Public domain https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Klosterruine_Paulinzella.jpg https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/ Burg Liebenstein im Geratal Aufnahme vom 9. September 2007. An der Ruine lassen sich Wohnbau und Turm erkennen; das Foto datiert nicht jede einzelne Bauphase. Michael Sander | CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Burg_Liebenstein.JPG https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Erfurt bei Merian, 1650 Matthäus Merians Ansicht von 1650. Sie dient der räumlichen Orientierung und zeigt Erfurt nach dem Mittelalter, nicht zur Zeit der Belagerung Arnstadts. Matthäus Merian | Public domain https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Erfurt-1650-Merian.jpg https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/ BAUWERKE: WAS, WANN, WO? Eine erste Erwähnung ist kein Baujahr. Die Angaben unterscheiden Bauzeiten und spätere Umbauten. Liebfrauenkirche 12./13. Jahrhundert bis etwa 1330 An der Liebfrauenkirche, südwestliche Altstadt Die Stadt setzt den Beginn um 1170 an, die Kirchgemeinde um 1230. Der Bau verbindet romanische und gotische Formen. Die Westtürme wurden im 19. Jahrhundert ab- und wiederaufgebaut. [20] [15] https://www.openstreetmap.org/search?query=Liebfrauenkirche%20Arnstadt Oberkirche und Franziskanerkloster Ab Mitte des 13. Jahrhunderts; Turm 1461 Pfarrhof, südlich des Marktes Die Franziskaner kamen um 1248. Der heutige Kirchenbau entstand in mehreren Schritten. Die Turmhaube und große Teile der Innenausstattung sind jünger als das Mittelalter. [20] [25] https://www.openstreetmap.org/search?query=Oberkirche%20Arnstadt Walpurgiskloster Vor 1196 gegründet; um 1309 verlegt Zuerst auf dem Walpurgisberg, dann an der Liebfrauenkirche Das erste urkundliche Datum ist kein Baujahr. Auf dem Berg wurden Kirchenfundamente und weitere Gebäudereste freigelegt. Nach der Verlegung nutzten die Nonnen die Liebfrauenkirche. [16] [17] https://www.openstreetmap.org/search?query=Walpurgiskloster%20Arnstadt Burg und späteres Schloss Neideck Burg 1273 erwähnt; Schlossausbau 1553–1560 Nordöstliche Altstadt, Schlossgarten bei der Ritterstraße Die mittelalterliche Burg gehörte zunächst zu Hersfeld. Die heute sichtbare Ruine enthält auch Reste des späteren Renaissanceschlosses. [14] [19] https://www.openstreetmap.org/search?query=Schloss%20Neideck%20Arnstadt Stadtbefestigung und Neutorturm Mauern 1309 belegt; Neutorturm Ende des 14. Jahrhunderts Südlicher Altstadtrand, Durchgang Neutorgasse / Hohe Bleiche Der Turm wird 1418 erstmals genannt. Das Foto zeigt ihn 2011, vor dem Brand seiner Kuppel am 14. April 2024. [14] [19] [26] https://www.openstreetmap.org/search?query=Neutorturm%20Arnstadt Jakobskirche und Jakobsturm Kirche 1369 erwähnt; erhaltener Turm von 1484 Riedplatz Das Kirchenschiff wurde 1667 abgebrochen. Der Turm blieb stehen; auch sein Dach wurde später verändert. [19] https://www.openstreetmap.org/search?query=Jakobsturm%20Arnstadt Rathaus 1347 erwähnt; Neubau 1501; Wiederaufbau 1582–1586 Nordseite des Marktplatzes Brände zerstörten Vorgängerbauten 1459 und 1581. Das heutige Renaissancebild gehört daher überwiegend in die Zeit nach dem Mittelalter. [19] [20] https://www.openstreetmap.org/search?query=Rathaus%20Arnstadt Klosterkirche Ichtershausen Kirche 1133 belegt; Klostergründung 1147 Klostergelände in Ichtershausen, nördlich von Arnstadt Frideruna von Grumbach errichtete die Kirche auf eigenem Besitz. 1147 gründete sie mit ihrem Sohn das Frauenkloster. Die heutige Ansicht enthält spätere Umbauten. [29] https://www.openstreetmap.org/search?query=Klosterkirche%20Ichtershausen Klosterkirche Paulinzella Klostergründung 1102–1105; Kirchenweihe 1124 Rottenbachtal, Paulinzella südöstlich von Arnstadt Mönche aus Hirsau wirkten am Bau der romanischen Basilika mit. Die Schwarzburger übten die Vogtei aus. Die historische Abbildung zeigt bereits die Ruine. [31] https://www.openstreetmap.org/search?query=Klosterruine%20Paulinzella Burg Liebenstein im Geratal 1282 erstmals erwähnt; Ausbau im 14. Jahrhundert Über dem Ort Liebenstein, südwestlich von Arnstadt Die Burg sicherte einen Weg zu den Waldpässen. Die Schlösserstiftung bringt den Ausbau mit Günther XXI. in Verbindung; das genaue Gründungsjahr ist nicht gesichert. Ab 1434 gehörte sie den Herren von Witzleben. [34] https://www.openstreetmap.org/search?query=Burg%20Liebenstein%20Geratal Burg Gleichen Im 11. Jahrhundert erwähnt; Neubau nach 1139 Burgberg bei Wandersleben, westlich von Arnstadt Die Grafen von Tonna erhielten die Burg 1139 und nannten sich danach von Gleichen. Als Mainzer Vögte waren sie mit Erfurt verbunden. [33] https://www.openstreetmap.org/search?query=Burg%20Gleichen%20Wandersleben ILLUSTRATIONEN 26 eigens mit image_gen erzeugte Bilder begleiten die Seite. Figuren, Landschaften und Bauwerke sind künstlerisch frei gestaltet. Die Illustrationen sind keine historischen Bildquellen oder wissenschaftlichen Rekonstruktionen. Bevor der Ort einen überlieferten Namen hatte Getreidemahlen in der Jungsteinzeit. Menschen, Geräte und Siedlung sind frei gestaltet; das Bild rekonstruiert keinen bestimmten Arnstädter Fundplatz. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-vorgeschichte.png Die Alteburg ist älter als ihre mittelalterlichen Spuren Bildidee zu den vorgeschichtlichen Fundarten auf der Alteburg. Die Gegenstände sind keine Abbildungen der Originalfunde; der Hintergrund ist frei gestaltet. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-alteburg.png Wie die Menschen zur Römerzeit lebten Landwirtschaft und Textilarbeit im Thüringen der römischen Kaiserzeit. Eine frei entworfene Alltagsszene, kein belegter Arnstädter Hof. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-alltag.png Was die Jahreszahl 704 bedeutet Ein Schreiber beim Abschreiben einer älteren Urkunde. Die Szene veranschaulicht die Überlieferung durch spätere Kopien; sie zeigt weder das verlorene Original von 704 noch ein Faksimile des Liber aureus. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-urkunde.png Als der König nach Arnstadt kam Freie Vorstellung einer Königsversammlung im 10. Jahrhundert. Personen, Gesten und Saal sind erfunden; der genaue Schauplatz der Arnstädter Versammlung von 954 ist hier nicht belegt. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-mittelalter.png Bücher, Besitz und eine Urkunde für die Nachbarn Eine Urkunde kommt im Kloster an. Die erfundene Szene steht für die Verbindungen zwischen den Klöstern und ihren Nachbarn; sie zeigt keine bestimmte Übergabe oder erhaltene Klosteranlage. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-klosternetz.png 1266: Die Bürger wollen verlässliche Rechte Rechte werden besprochen. Die frei gestaltete Szene greift das Stadtrechtsprivileg von 1266 auf, ohne dessen Übergabe oder beteiligte Personen zu rekonstruieren. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-stadtrecht.png Wer hatte in Arnstadt das Sagen? Am Stadttor werden Herrschaft und städtischer Alltag sichtbar. Tor, Personen und Begegnung sind frei erfunden; das Gebäude ist keine Rekonstruktion des Neutorturms. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-schwarzburg.png Jüdisches Leben und Verfolgung Jüdisches Familienleben im mittelalterlichen Thüringen, frei gestaltet. Die Personen sind erfunden; weder ein bestimmtes Arnstädter Wohnhaus noch eine bekannte Familie wird dargestellt. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-juedisches-mittelalter.png Von der Wachsenburg an den Verhandlungstisch Eine Klosterangelegenheit wird verhandelt. Anlass ist die überlieferte Vermittlung von 1472; Gesichter, Raum und Sitzordnung sind künstlerisch erfunden. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-paulinzella.png Was von der Stadt um 1500 geblieben ist Arbeit an einem Flügelaltar um 1500. Die Werkstatt und das Werk sind frei entworfen; gezeigt wird keine Rekonstruktion der Entstehung des erhaltenen Altars von 1498. https://arnstadt.c3po42.de/images/illustration-spaetmittelalter.png